Mittwoch, 27. Juli 2011

Walbusch B5 DE restauration. (German this time)

Hey guys,

this time i'll post a restorationreport about two walbusch b5 DE razors. A really big thanks goes out to Standlinie who made the restoration and wrote the report for my blog. The report is in German. I didnt had the time to translate it, im sorry for this. Hope you could read it with google translator or so. :D This guy is without a great resorator and i would never be able to do this on my own, so thank you Peter for doing this for me.

so here we go:


Restaurierung zweier verstellbarer WalbuschSchrägschnitthobel

Im Mai dieses Jahres habe ich von Timo zwei WalbuschSchrägschnitthobel erhalten, die einige Vorschädigungen aufwiesen. Diese Hobel wurden dann von mir restauriert. Bevor ich auf die Einzelheiten dieser Restauration eingehe, möchte ich einige allgemeine Daten zu diesem wohl geschätzten Schrägschnitthobel vorwegschicken.

Allgemeines zum WalbuschSchrägschnitthobel
Die in diesem Text behandelten Walbusch B 5 sind beides Schrägschnittrasierer mit verstellbarem Rasierklingenspalt. Die vorliegenden Hobel wurden in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts von der Fa. Emil Hermes in Solingen für die Fa. Walter Busch Sohn auch aus Solingen hergestellt und von letzterer vertrieben. Der Name Walbusch leitet sich aus dem Namen Walter Busch ab. Der ursprüngliche Hersteller Emil Hermes heißt heute Merkur (Quelle: Forum).

Abb. 1: WalbuschSchrägschnittrasierer, Aussehen nach abgeschlossener Restaurierung


Schrägschnittrasierhobel wie der Walbusch haben den Nassrasierermarkt in der Vergangenheit bereichern können, da man dieser Schrägschnittkonstruktion eine äußerst gründliche Rasur bei sehr geringem Verletzungsrisiko nachsagte. Diese gründliche Rasur sollte gerade bei härtesten Barthaaren und auch bei scharfem Ausrasieren der Gesichtshautflächen möglich sein. Die Rasur wurde als sehr sanft eingestuft. Dies traf in besonderem Maße auf die beiden oben abgebildeten WalbuschRasierer zu, da diese Hobelkonstruktion gewissermaßen den Höhepunkt der Schrägschnitthobelentwicklung bildete, ein Qualitätsproduktmade in Germany“. Einen Nachfolger hat es danach nicht mehr gegeben.

Der Walbusch B 5 verfügt über einen individuell einstellbaren Rasierklingenspalt. Diese Verstellmöglichkeit beeinflusste das Schnittverhalten der jeweils eingelegten Rasierklinge in Abhängigkeit von den individuellen Barthaar- und auch Hautverhältnissen des einzelnen Nutzers. Die ideale Einstellung des Klingenspaltes musste allerdings von jedem Nutzer durch Ausprobieren auf seine persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.

Der verstellbare Walbusch wird heute kaum noch auf dem freien Markt angeboten. Sammler und Nutzer, die ihn ihr Eigen nennen, wissen, was sie in ihren Händen haltenein deutsches und wertiges Stück Rasurgeschichte. Entsprechend hoch fallen daher auch die Preise aus, die für den Erwerb gezahlt werden müssen. Bei Onlineauktionen sind diese Hobel schon für 50 € und mehr versteigert worden.

Technische Konstruktion des WalbuschSchrägschnitthobels

Der Walbusch B 5 ähnelt vom Aufbau her einem MerkurProgress; er besteht ebenfalls aus drei Einzelteilen. Die nachfolgende Abbildung 2 zeigt diese Einzelteilen im Vergleich. Oben ist der MerkurProgress zu sehen, darunter der zerlegte Walbusch.

Abb. 2: Einzelteile eines MerkurProgress und Walbusch B 5 im Vergleich



Zu den abgebildeten Einzelteilen zählen
- die Kopfplatte mit der DreipunktRasierklingenhalterung und Gewindestange,
- die Griffhülse mit dem schräg stehenden schwarzen Seifenspaltgehäuse (dieses
Gehäuse nimmt die federnd gelagerte Klingenauflageplatte auf)
- und die fünfstufige Rasierklingeneinstellschraube mit einem Gewinderohr aus
Messing (die Kopfplatte wird bei jedem Rasierklingenwechsel in dieses Gewinde-
rohr eingeschraubt).

Im Gegensatz zum MerkurProgress wurde die Rasierklingeneinstellschraube des Walbusch B 5 nicht durch einen Klemmring in der Griffhülse fixiert. Aufgrund dieser fehlenden Klemmhülse lässt sich die Rasierklingeneinstellschraube bei jedem Klingenwechsel leicht entfernen und reinigen, was gegenüber dem MerkurProgress den Vorteil hat, dass sich mit der Zeit nur sehr wenige Seifenreste ablagern können. Hierdurch unterbleibt eine schleichende Korrosion des Innengewindes des Drehknopfes infolge einer vernachlässigten Reinigung, wie es beim MerkurProgress sehr oft zu beobachten ist.

Hier noch einige technische Daten zum WalbuschSchrägschnitthobel.

Walbuschhobel MerkurProgress

Gewicht: 71 gr. 68 gr., altes Modell
89 gr., aktuelles Modell
Gesamtlänge: 89 mm 88 mm
Kopfbreite und Kopftiefe: 41 x 25 mm 42 x 26 mm
Herstellungsjahr: ca. 1953 ab ca. 1940 bis heute
Rasierklinge: jede DE−Klinge jede DE−Klinge
einsetzbar einsetzbar

Zustandsbeschreibung der unrestaurierten WalbuschSchrägschnitthobel

Vor der Hobelrestauration wurde der Zustand beider Hobel bewertet. Rein äußerlich lag ein gepflegter Allgemeinzustand vor.

Die Kopfplatten beider Hobel wiesen bei genauer Betrachtung altersbedingte punktuelle Ausblühungen auf (eine Art Pittingbildung). An diesen Stellen war die Vernickelung aufgeplatzt. Die Gewindestangen waren jedoch frei von Korrosionseinflüssen und unbeschädigt. Auch auf den federnd gelagerten Klingenauflageplatten beider Walbuschhobel hatten sich Ausblühungen gebildet (siehe nachfolgende Abbildung 3).



Abb. 3: Punktuelle Ausblühungen im Bereich der federnd gelagerten Klingenauflage



Die Beschichtung (Vernickelung) ist an diesen Stellen punktuell abgeplatzt. Die Abbildung 3 zeigt diesen Zustand, der sich immer dann einstellt, wenn Feuchtigkeit unter die Beschichtung gerät und mit dem darunter liegenden Zinkdruckguss chemisch reagiert. Diese Korrosionserscheinung ist altersbedingt, wobei ihr Ausmaß ganz entscheidend von der Pflege des jeweiligen Nutzers abhängt. Würde beispielsweise ein Walbuschhobel nach erfolgter Rasur immer nur nass abgelegt, wird dies im Laufe der Zeit an vielen entstandenen Ausblühungen auf den vernickelten Flächen zu erkennen sein. Mit den beiden Walbuschhobeln war jedenfalls in den zurückliegenden Jahren recht pfleglich umgegangen worden. Die alterbedingten Ausblühungen hielten sich noch in Grenzen.

Im Übergangsbereich HobelkopfGriffhülse befindet sich die Federlagerung der Klingenauflageplatte. Die Federn in beiden Walbuschhobeln zeigten sich nahezu korrosionsfrei. Eine Einschränkung der ihnen zugedachten Funktion lag auch nicht vor.

Die Griffhülsen trugen altersbedingte Gebrauchsspuren. In einer der beiden Hülsen hatte sich allerdings ein 25 mm langer Längsriss gebildet. Als Grund für diesen Längsriss kann sehr wahrscheinlich eine ungenügende Passung oder eine Verkantung angenommen werden. Jedenfalls müssen in der Griffhülse unzulässige Materialspannungen aufgetreten sein, die dann mit der Zeit einen Ermüdungsbruch herbeigeführt haben, der sich dann als Längsriss zeigte. Auf der nachfolgenden Abbildung 4 ist der bereits mit Sekundenkleber verklebte Riss zu sehen, da ich es versäumt habe, zuvor noch ein Foto vom ursprünglichen Zustand anzufertigen.

Abb. 4: Verklebter Längsriss in der Griffhülse



Bei einem von Timos beiden Walbuschhobeln war an einem schwarzen Seifenspaltgehäuse eine Ecke ausgebrochen (Abbildungen 5 und 6). Dieser Schaden kann beispielsweise durch einen Herabfall des Hobels auf die Fliesen des Badezimmers entstanden sein. Beim Aufprall auf den harten Untergrund brechen dann Splitter aus den hervorstehenden Ecken der Kunststoffgehäuseplatte aus. Die Wahrscheinlichkeit von entstehenden Eckenbrüchen steigt beim Walbuschund auch bei allen alten MerkurProgresshobeln mit zunehmendem Alter des Hobels. Denn nach einer Rasur wurden und werden Nassrasierer in der Regel zum Trocknen abgelegt und hierbei bewusst dem Einfluss des Tageslichtes vielleicht sogar den direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt. Durch den über die Jahre einwirkenden Lichteinfall können dann die Weichmacher der Kunststoffteile entweichen, wodurch eine altersbedingte Versprödung dieser Kunststoffteile entsteht. Damit erhöht sich bei einem Fall auch das Risiko eines Bruches.



Abb. 5: Kunststoffseifenspaltgehäuse mit ausgebrochener Ecke


Abb. 6: Die ausgebrochene Ecke von der Seite gesehen


Die Innengewinde der Rasierklingeneinstellschrauben beider Walbuschhobel von Timo waren frei von jeglicher Korrosion. Allerdings hatte sich an beiden Griffschrauben im Laufe der Zeit die Farbe von der fünfstufigen Skalierung abgelöst. Da ich für die Dokumentation kein Foto angefertigt habe, möchte ich zur Veranschaulichung dieses Zustandes ein ähnliches Bild mit unbehandelten Griffschrauben zweier MerkurProgressHobel zeigen.

Abb. 7: Griffschrauben zweier MerkurProgress; die Skalierung hat beim täglichen
Gebrauch ihre Farbe verloren



Restaurierung der festgestellten Mängel
Vor der eigentlichen Restaurierung wurden beide Hobel von mir gründlich und gleichzeitig materialschonend gereinigt. Um saubere und fettfreie Oberflächen zu erhalten, erfolgte eine Reinigung aller Einzelteile beider Walbuschhobel zuerst mit Corega Tabs, dann die Endreinigung im Ultraschallbad und anschließend eine Entfettung mit Reinigungsbenzin. Noch vorhandene Farbreste im Bereich der Skalierung ließen sich mechanisch entfernen. Danach erst erfolgten die eigentlichen Restaurationsarbeiten.

Entfernung der Ausblühungen
Äußerlich sichtbare Korrosionsspuren können recht schnell mit einem Glasfaserstift, mit einem harten Radiergummi, mit 600er Schmirgelleinen oder mit einem 1000er Schleifstein entfernt werden. Hierbei muss allerdings vorsichtig vorgegangen werden, da zu starker Aufdruck schnell zu einer Entfernung der Beschichtung führen kann. Für die Kopfund Klingenauflageplatten der beiden Walbuschhobel reichte der Radiergummi allein aus. Wäre eine flächige Korrosion zu beseitigen gewesen, hätten diese Flächen anschließend noch mit Klarlack versiegelt werden müssen, um sie so vor weiterer Korrosion zu schützen. Für die beiden Walbuschhobel war dies nicht erforderlich.

Federlagerung der Klingenauflageplatte
Im Inneren der Griffhülsen beider Hobel wurde die Feder mit zähflüssigem Silikonöl behandelt. Kalkund Seifenreste können sich so nicht mehr anlagern und so die Funktion der Feder mit der Zeit beeinträchtigen.

Behandlung des Längsrisses in der Griffhülse
Der Längsriss in der Griffhülse wurde mit Sekundenkleber behandelt. Zum Erhalt eines dauerhaften und auch noch ansehnlichen Reparaturergebnisses wurde der Riss bei der Verklebung mit einer über die Griffhülse geschobenen Schlauchschelle geschlossen und überflüssige Kleberreste anschließend vorsichtig mit einer Diamantfeile entfernt. Das Ergebnis dieser Behandlung ist in der Abbildung 4 zu sehen. Der Längsriss fällt jetzt kaum noch auf. Das Festhalten und Führen des Hobels bei der Rasur wird durch die Verklebung nicht eingeschränkt.
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Reparatur der ausgebrochenen Ecke am Kunststoffseifenspaltgehäuse
Weil das ausgebrochene Kunststoffeckchen nicht mehr vorhanden war und somit auch nicht mehr an seiner ursprünglichen Stelle eingeklebt werden konnte, musste diese fehlende Ecke neu aufgebaut werden. Für diese Montage verwendete ich Sekundenkleber, der mit Füllpulver verstärkt wurde. Als Alternative hatte ich zuvor UHUFlüssigmetall eingesetzt; dieser Kleber hat nach seiner Aushärtung aber nicht die Stabilität erzielt, die für eine weitere Bearbeitung erforderlich war. Um eine dauerhafte Verbindung zwischen dem schwarzen Kunststoff und der neu aufgebauten Füllmasse zu erzielen, war es zusätzlich erforderlich, im Bereich der Ausbruchstelle einen Metallanker zur Stabilisierung einzukleben (Abbildung 8). Dieser Anker diente als Widerlager für das aufzuklebende Material.


Abb. 8: Metallanker für die Stabilisierung der Montagemasse



Die ausgebrochene Ecke wurde dann mit der Füllmasse um den Metallanker herum aufgebaut. Das Ergebnis dieser Arbeiten zeigen die Abbildungen 9, 10 und 11.

Abb. 9: Aufgefüllte und noch unbehandelte Ausbruchstelle, von oben gesehen

Abb. 10: Aufgefüllte und noch unbehandelte Ausbruchstelle, von vorne gesehen


Abb. 11: Aufgefüllte Ausbruchstelle mit sichtbarem Metallanker


Im nächsten Schritt wurde dann das überstehende Material mit einer Diamantfeile entfernt. Die Abbildungen 12 und 13 geben das Resultat der so wieder hergestellten Rasiererecke wieder. Die Reparaturstelle ist farblich noch unbehandelt. Die Abbildungen 14, 15 und 16 zeigen die restaurierte Ausbruchstelle nach ihrer farblichen Behandlung. Vergleicht man in der Abbildung 15 die beiden schwarzen Ecken des Kunststoffseifenspaltgehäuses, so ist zwischen ihnen kein Unterschied mehr erkennbar. Und so sollte das Resultat ja schließlich auch ausfallen.

Abb. 12: Wieder hergestellte Ausbruchstelle im Rohzustand
Abb. 13: Fertig behandelte Ausbruchstelle im Rohzustand; der Metallanker ist noch sichtbar

Abb. 14: Restaurierte Ausbruchstelle, schräg von vorne gesehen


Abb. 15: Restaurierte Ausbruchstelle, von vorne gesehen



Abb. 16: Restaurierte Ausbruchstelle, von der Seite gesehen



Farbliche Behandlung der Griffskalierung
Beim Walbuschhobel wurde die Skalierung, die aus den Ziffern 1 bis 5 und ihren Zwischenintervallen besteht, in eine Metallhülse eingestanzt. Diese Ziffervertiefungen habe ich zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes mit rotem Lack aufgefüllt. Ich verwende hier nur Emaillefarbe von Revell, da sich diese bei mir als besonders abriebsresistent erwiesen hat. Nach der endgültigen Abtrocknung der Farbe können überstehende Farbreste vorsichtig mit einer Rasierklinge entfernt werden. In der nachfolgenden Abbildung ist das Endergebnis zu betrachten. Farbige Markierungen sind im Vergleich zum unbehandelten Zustand irgendwie attraktiver und erleichtern auch die Ablesung.

Abb. 17: Farblich wiederhergestellte Griffskalierung, rechts die Walbuschgriffschraube



Nach dem erfolgreichen Abschluss aller Restaurierungsarbeiten können die zwei WalbuschSchrägschnitthobel ihren täglichen Betrieb wieder aufnehmen und Bartstoppeln schonend und gründlich entfernen. Den Besitzer wird es erfreuen.




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